Georg August Koopmann – Biographie

Georg August Koopmann wird am 31. März 1911 als sechstes Kind von Friedrich Georg Koopmann und Annchen Koopmann auf dem elterlichen Hof in Hemmelsberg (heute: Edo und Carmen Otte) geboren. Er ist der jüngere Bruder von Mathilde Claußen, Anna Wieting, Martha Lange, Johann Heinrich Koopmann und Hermann Koopmann und der ältere Bruder von Heinrich Koopmann.

Am Tag von Georg Augusts Geburt erfolgt beim 1906 in den Schweizer Alpen begonnenen Bau des Lötschberg-Tunnels der Durchstich. Zu Beginn der Nachtschicht trennt noch eine circa 80 Zentimeter dicke Wand die von den jeweiligen Tunnel-Enden vorrückenden Bautrupps. Sie wird um kurz vor vier Uhr morgens von Süden her durchstoßen. Mit Handbohrhämmern ausgerüstete Arbeiter vergrößern das Loch, durch das sich dann die beiden leitenden Ingenieure die Hand reichen. Eine von den Mineuren der Nordseite angebrachte Sprengladung beseitigt schließlich die letzten Hindernisse. In der 70 Kilometer entfernten Bundeshauptstadt Bern künden drei Stunden später 101 Kanonenschüsse von dem historischen Ereignis.

Der Lötschberg-Tunnel ist nach dem Gotthard-Tunnel (1880) und dem Simplon-Tunnel (1905) das dritte prestigeträchtige Verkehrs-Projekt in den Schweizer Alpen. Wie die beiden anderen Bauten verlangt die Fertigstellung den beteiligten, überwiegend aus Italien stammenden Arbeitern nicht nur enorme Kraftanstrengungen ab, sie fordert auch zahlreiche Todesopfer. So geht im Februar 1908 in Goppenstein nach tagelangem Schneefall eine Lawine nieder und zerstört ein speziell für die Führungsriege des südlichen Bautrupps errichtetes Hotel. Dabei kommen zwölf Ingenieure ums Leben. Auf der Nordseite wiederum ebnet nur fünf Monate später eine unter falschen Annahmen durchgeführte Sprengung einer Wasserader den Weg, woraufhin sich rund 7.000 Kubikmeter Schutt und Schlamm in den ursprünglichen, später aus Sicherheitsgründen zugemauerten Stollen ergießen. Von den 26 Todesopfern der Katastrophe kann nur eines geborgen werden, die anderen ruhen bis heute im Berg.

Nach Ende der Durchbrucharbeiten folgt die Verlegung des Gleiskörpers und der Schienen. Anfang Juni 1913 fährt die erste Elektro-Lokomotive durch den Tunnel, am 15. Juli 1913 wird dann die Lötschberg-Linie feierlich dem öffentlichen Verkehr übergeben. Beides erlebt Georg August in Hemmelsberg nicht mehr mit: Sein Herz hört bereits am 24. August 1911 auf zu schlagen. Als Todesursache vermerkt das Sterberegister der Kirchengemeinde HudeLungenentzündung“. Beerdigt ist Georg August vier Tage später auf dem Friedhof der St.-Elisabeth-Kirche in Hude.