Heinrich Hermann Koopmann wird am 19. Mai 1912 als siebtes Kind von Friedrich Georg Koopmann und Annchen Koopmann auf dem elterlichen Hof in Hemmelsberg (heute: Edo und Carmen Otte) geboren. Er ist der jüngere Bruder von Mathilde Claußen, Anna Wieting, Martha Lange, Johann Heinrich Koopmann, Hermann Koopmann und Georg August Koopmann.
Fünf Tage vor Heinrichs Geburt verabschiedet der Reichstag in Berlin eine weitere Novelle der Flottengesetze. Der Entscheidung geht ein Machtkampf im Deutschen Reich voraus, der die politische Stimmung in jenem Frühjahr prägt. Während Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg eine vorsichtige Annäherung an Großbritannien sucht und das Wettrüsten zur See drosseln will, beharrt Großadmiral Alfred von Tirpitz mit Unterstützung von Kaiser Wilhelm II. auf einer massiven Verstärkung der Marine. Tirpitz setzt sich schließlich durch – wenn auch mit leichten Abstrichen, die Anzahl der zusätzlich gebauten Schlachtschiffe betreffend. Eine diplomatische Verständigung der beiden Großmächte rückt damit in weite Ferne.
In den parlamentarischen Debatten prallen die gegensätzlichen Ansichten hart aufeinander. Während Deutschkonservative, Freikonservative und Nationalliberale zu den geplanten Beschlüssen keine Alternative sehen, lehnen die Sozialdemokraten – seit der Wahl vom 12. Januar die stärkste Fraktion – die Pläne entschieden ab und warnen vor der Gefahr eines drohenden Krieges. Neben der Flotten-Novelle bringt der Reichstag eine umfassende Wehr-Vorlage auf den Weg, die die Friedens-Präsenzstärke des Heeres deutlich erhöht. Den Ausschlag für die Annahme beider Vorhaben gibt letztlich die Zentrumspartei, verknüpft ihre Unterstützung aber mit finanzpolitischen Bedingungen. So sollen die erheblichen Mehrausgaben nicht wie zunächst geplant allein durch indirekte Steuern finanziert werden, sondern auch durch eine stärkere Heranziehung von Besitz und Einkommen.
Der militärische Wettlauf zur See und zu Lande geht durch die Novelle der Flottengesetze weiter und ist letztlich einer der Gründe für den Ausbruch des Ersten Weltkriegs im August 1914. Ein Krieg, an dem vermutlich auch Heinrichs Vater hätte teilnehmen müssen – wäre er nicht bereits im Januar 1912 einer Tuberkulose-Erkrankung erlegen. Heinrich selbst erlebt die Ur-Katastrophe des 20. Jahrhunderts ebenfalls nicht mehr mit: Eine Lungenentzündung kostet ihn am 3. Februar 1913 das Leben. Beerdigt ist Heinrich drei Tage später auf dem Friedhof der St.-Elisabeth-Kirche in Hude.