Bernhard Hinrich Wiese – Biographie

Bernhard Hinrich Wiese wird am 11. März 1893 als fünftes Kind von Bernhard Conrad Wiese und Metta Gesina Wiese auf dem elterlichen Hof in Hemmelsberg (heute: Walter Wiese) geboren. Er ist der jüngere Bruder von Karl Wiese, Mathilde Wiese, Annchen Neels und Georg Bernhard Wiese und der ältere Bruder von Heinrich Diedrich Wiese. Mit Karl Johann Wiese und Johann Bernhard Wiese hat er zudem noch zwei Halbbrüder aus der ersten Ehe seines Vaters mit Amalie Barkemeyer.

Eine Woche vor Bernhard Hinrichs Geburt tritt in Washington der neu gewählte US-Präsident Grover Cleveland sein Amt an. Im Machtzirkel der Hauptstadt ist der Nachfolger von Benjamin Harrison kein Unbekannter. Der Demokrat regierte schon von 1885 bis 1889 und musste sich bei den Wahlen im November 1888 dem damaligen Herausforderer von den Republikanern nur knapp geschlagen geben. Zum ersten und bis zum Jahre 2024 einzigen Mal gelingt es damit einem abgewählten Präsidenten, noch einmal ins höchste Staatsamt der USA zurückzukehren. Nur wenige Monate später sorgen Cleveland und Ehefrau Frances für eine weitere Premiere: Ihre im September 1893 geborene Tochter Esther ist bis heute das einzige im Weißen Haus zur Welt gekommene Kind.

Die Chance zum Comeback erhält Cleveland durch die Fehleinschätzung seines Kontrahenten, Schutzzölle auf importierte Waren seien gut für das Land. Harrisons nach Amtsantritt verfolgte Handelspolitik zieht jedoch deutlich gestiegene Preise nach sich, wofür er von den Wählern 1892 die Quittung erhält. Nicht zuletzt aufgrund der anhaltenden Inflation steht jedoch auch Clevelands zweite Amtszeit wirtschaftlich unter keinem guten Stern. Hinzu kommt, dass der neue alte Präsident imperialistischen Ideen weiter wenig abgewinnen kann. So lehnt er es nach einem von amerikanischen Zuckerpflanzern angezettelten Putsch im Königreich Hawaiʻi ab, den bis dato selbstständigen Pazifik-Inselstaat zu annektieren. Das nehmen ihm viele Amerikaner, die sich einen stärkeren internationalen Einfluss ihres Landes wünschen, übel. Da Cleveland bei der nächsten Wahl im November 1896 nicht erneut antritt, bekommt sein Parteifreund William Jennings Bryan den Unmut des Wahlvolkes zu spüren: Er unterliegt dem Republikaner-Kandidaten William McKinley deutlich. Der wiederum erklärt Hawaii 1898 zu amerikanischem Territorium.

Die auf den ebenfalls 1898 ausbrechenden Spanisch-Amerikanischen Krieg folgende Übernahme der zuvor spanischen Kolonien Philippinen, Guam und Puerto Rico durch die USA und den damit beginnenden Aufstieg zur Weltmacht erlebt Bernhard Hinrich in Hemmelsberg nicht mehr mit. Er stirbt bereits am 8. Juli 1894, ohne dass das Kirchenbuch der Gemeinde Hude eine Todesursache nennt. Beerdigt ist Bernhard Hinrich vier Tage später auf dem Friedhof der St.-Elisabeth-Kirche in Hude.