Georg Bernhard Wiese – Biographie

Georg Bernhard Wiese wird am 21. April 1891 als viertes Kind von Bernhard Conrad Wiese und Metta Gesina Wiese auf dem elterlichen Hof in Hemmelsberg (heute: Walter Wiese) geboren. Er ist der jüngere Bruder von Karl Wiese, Mathilde Wiese und Annchen Neels und der ältere Bruder von Bernhard Hinrich Wiese und Heinrich Diedrich Wiese. Mit Karl Johann Wiese und Johann Bernhard Wiese hat er zudem noch zwei Halbbrüder aus der ersten Ehe seines Vaters mit Amalie Barkemeyer.

Drei Tage nach Georg Bernhards Geburt stirbt in Berlin mit Helmuth von Moltke einer der bedeutendsten Militär-Strategen des 19. Jahrhunderts. Obwohl der Generalfeldmarschall und Bismarck-Vertraute bereits 90 Jahre alt ist, kommt das plötzliche Ende überraschend. Noch am Nachmittag seines Todes hatte Moltke als Abgeordneter der Deutschkonservativen Partei an einer Sitzung des Reichstags teilgenommen. „Um 20 Uhr fühlte sich der Marschall außerordentlich wohl und aß mit großem Appetit sein Abendbrot“, heißt es in zeitgenössischen Zeitungsberichten. Mit einem Male habe er sich jedoch niederlegen müssen. Gegen 21.45 Uhr sei er dann einem Herzschlag erlegen.

Moltke gilt als militärischer Architekt der deutschen Einheit. Im Preußisch-Österreichischen Krieg von 1866 führt er die preußischen Truppen in der entscheidenden Schlacht bei Königgrätz zum Sieg, vier Jahre später trägt seine Strategie maßgeblich dazu bei, den Deutsch-Französischen Krieg zu gewinnen. „Ich betrauere auf das Schmerzlichste den unersetzlichen Verlust, den mit mir die Armee wie das ganze deutsche Vaterland erlitten hat“, zollt Wilhelm II. dem Verstorbenen in einer ersten Stellungnahme Tribut. Für die Teilnahme an dessen Beerdigung auf dem familieneigenen Gut in Schlesien unterbricht der Kaiser sogar eine Auslandsreise.

Mag Moltke vielen Zeitgenossen und Nachgeborenen auch wegen seiner militärischen Erfolge in Erinnerung bleiben, so lässt er durchaus auch als Politiker aufhorchen. In seiner letzten, am 14. Mai 1890 gehaltenen Reichstagsrede etwa warnt er angesichts der zunehmenden Aufrüstung der europäischen Großmächte eindringlich vor den Gefahren eines neuen Krieges: „Meine Herren, es kann ein siebenjähriger, es kann ein dreißigjähriger Krieg werden – und wehe dem, der zuerst die Lunte in das Pulverfass schleudert!“

Eine Prophezeiung, die für Georg Bernhard wie für seinen 28 Jahre später im Ersten Weltkrieg gefallenen Bruder Heinrich Diedrich durchaus relevant geworden wäre – hätte er denn das Erwachsenenalter erreicht. Georg Bernhard stirbt jedoch bereits am 23. Februar 1892. Als Todesursache nennt das Kirchenbuch der Gemeinde Hude „Brustkrankheit“, zur damaligen Zeit häufig ein Hinweis auf Tuberkulose. Beerdigt ist er sechs Tage später auf dem Friedhof der St.-Elisabeth-Kirche in Hude.