Johann Heinrich Koopmann wird am 22. Januar 1909 als viertes Kind von Friedrich Georg Koopmann und Annchen Koopmann auf dem elterlichen Hof in Hemmelsberg (heute: Edo und Carmen Otte) geboren. Er ist der jüngere Bruder von Mathilde Claußen, Anna Wieting und Martha Lange und der ältere Bruder von Hermann Koopmann, Georg August Koopmann und Heinrich Koopmann.
Am Tag nach Johann Heinrichs Geburt stoßen vor der zum US-Bundesstaat Massachusetts gehörenden Insel Nantucket bei dichtem Nebel die Passagierdampfer „RMS Republic“ und „Florida“ zusammen. Dabei kommen insgesamt fünf Menschen ums Leben. Sechstes Todesopfer der Kollision ist ein Erste-Klasse-Passagier der „RMS Republic“, der am 26. Januar 1909 in einem New Yorker Krankenhaus seinen schweren Verletzungen erliegt.
Zweifellos eine Tragödie, die aber ungleich tragischer hätte enden können. Denn insgesamt befinden sich mehr als 1.500 Passagiere und Besatzungsmitglieder an Bord der beiden Schiffe. Die mit diversen hochrangigen Erste-Klasse-Buchern wie dem Erzbischof von Montréal oder Brayton Ives, Präsident der New York Stock Exchange, besetzte „RMS Republic“ der britischen Reederei White Star Line ist auf dem Weg nach Neapel, das in der Gegenrichtung fahrende italienische Auswandererschiff wiederum transportiert zahlreiche Überlebende des jüngsten Erdbebens von Messina. Während die „Florida“ schwimmfähig bleibt, bekommt die deutlich größere „RMS Republic“ schnell gefährliche Schlagseite. Zwar ist nach einem eilig abgesetzten Funk-Notruf – erstmals per CQD-Signal – Hilfe unterwegs. Die ersten Helfer-Schiffe erreichen jedoch erst 13 Stunden später die Unfallstelle und leiten die bis dato größte Rettungsaktion auf hoher See ein. Gerade noch rechtzeitig: Am Abend des Folgetages sinkt die „RMS Republic“, ohne dass es weitere Opfer gibt.
Trotz der spektakulären Rettungsaktion findet die nur knapp an einer Katastrophe vorbeigeschlidderte Kollision der beiden Passagierschiffe in der deutschen Presse vergleichsweise wenig Widerhall – wohl auch, weil es zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf den Weltmeeren immer wieder zu vergleichbaren Ereignissen kommt. Allein für 1909 verzeichnet Wikipedia sechs weitere bedeutende Schiffsunfälle mit zusammen 427 Toten. Von Anfang 1910 bis zum Untergang der „Titanic“ am 15. April 1912 (1.495 Tote) sind es noch einmal neun Unglücke mit 891 Opfern.
Beim rund um den Erdball Schlagzeile um Schlagzeile produzierenden Untergang der „Titanic“ lebt Johann Heinrich in Hemmelsberg bereits nicht mehr: Er erliegt am 28. März 1910 einer Lungenentzündung und wird vier Tage später in Hude auf dem Friedhof der St.-Elisabeth-Kirche beerdigt.