Katharine Sophie Koopmann wird am 9. April 1881 als achtes Kind von Johann Diedrich Koopmann und Mette Sophie Elise Koopmann auf dem elterlichen Hof in Hemmelsberg (heute: Edo und Carmen Otte) geboren. Sie ist die jüngere Schwester von Hinrich Koopmann, Johann Heinrich Koopmann, Diedrich Koopmann, Friedrich Koopmann, Georg Koopmann und Anna Johanne Helene Koopmann. Ein weiterer, am 23. Januar 1874 geborener Bruder stirbt noch am selben Tag und bleibt deshalb namenlos.
Eine Woche vor Katharine Sophies Geburt erschüttert ein schweres Erdbeben die zum Osmanischen Reich gehörende Insel Chios. Dabei wird die gleichnamige Hauptstadt verwüstet, drei Viertel aller Gebäude der Insel werden zerstört oder beschädigt. Schätzungen zufolge verlieren 5.000 bis 8.000 Menschen ihr Leben. Viele von ihnen müssen in Massengräbern beigesetzt werden oder bleiben unter den Trümmern der eingestürzten Häuser liegen. Auch das gegenüberliegende Festland mit den Städten Çeşme und Alaçati ist betroffen, dort fällt die Zahl der Todesopfer aber deutlich geringer aus.
Zwischen dem 5. April und dem 18. April kommt es zu insgesamt sechs Nachbeben. Zu den ersten Helfern von außen gehören Matrosen der französischen Fregatte „Bouvet“, die unter eigener Lebensgefahr Schwerverletzte aus den Trümmern bergen. Für Chios ist es bereits die dritte Katastrophe innerhalb weniger Jahrzehnte: Im griechischen Unabhängigkeitskrieg töteten oder versklavten osmanische Truppen 1822 zehntausende Inselbewohner, im Winter 1849/50 vernichtete strenger Frost einen Großteil der wirtschaftlich enorm bedeutenden Orangen-Plantagen. Nach dem Erdbeben von 1881 verlassen viele Überlebende Chios endgültig.
Wie die meisten anderen deutschen Zeitungen berichten die auch in den umliegenden Dörfern wie Hemmelsberg regelmäßig gelesenen „Nachrichten für Stadt und Land“ in Oldenburg stark zeitversetzt über das Unglück – der erste noch sehr vage gehaltene Dreizeiler dazu erscheint in der Ausgabe vom 9. April 1881. Weitere Artikel folgen am 12. April und am 16. April. Für diese und andere Meldungen dürfte aber in Katharine Sophies Familie in jenen Tagen und Wochen niemand ein offenes Auge oder Ohr haben. Denn auf dem Koopmann-Hof spielt sich zur gleichen Zeit eine ganz eigene, private Katastrophe ab: Mutter Mette Sophie Elise, bei ihrer achten Niederkunft 37 Jahre alt, überlebt die vermutlich kräftezehrende Geburt des jüngsten Kindes nur um vier Tage. Katharine Sophie folgt ihr am 6. Juni 1881, ohne dass das Kirchenbuch der Gemeinde Hude eine Todesursache nennt. Beerdigt wird sie vier Tage später auf dem Friedhof der St.-Elisabeth-Kirche in Hude.