Klara Hermine Bernhardine Rohde wird am 8. November 1913 als zweites Kind von Adolf Rohde und Helene Gesine Rohde in Osternburg geboren. Sie ist die ältere Schwester von Heinrich Rohde. Daneben hat sie mit Hermine Friederike Heinbender noch eine jüngere Halbschwester aus der zweiten Ehe ihrer Mutter mit Dietrich Hermann Müller.
Am Tag von Clara Hermine Bernhardines Geburt wird in München der bisherige Prinzregent Ludwig III. als neuer König von Bayern vereidigt. Der Zeremonie vorausgegangen ist eine Änderung der bayerischen Verfassung, die es erlaubt, einen schwerkranken Regenten seines Amtes zu entheben, wenn keine Aussicht auf Besserung besteht. Dies ist bei Ludwigs Vorgänger Otto I. unzweifelhaft der Fall: Der jüngere Bruder und Nachfolger des 1886 im Starnberger See ertrunkenen „Märchenkönigs“ Ludwig II. gilt bereits seit Anfang der 1870er Jahre als schizophren und ist deshalb nie in der Lage, das Königsamt auszuüben. Die Regierungsgeschäfte führt über 26 Jahre hinweg Ludwigs Vater Luitpold. Als Letzterer 1912 stirbt, übernimmt Ludwig bis zur Verfassungsänderung als offizieller Vertreter Ottos.
Wie schon als Prinzregent legt Ludwig als König einen Schwerpunkt auf die Modernisierung der im Vergleich zum restlichen Deutschen Reich noch immer recht rückständigen bayerischen Landwirtschaft. Auch die soziale Frage, von Papst Leo XIII. 1891 in der Enzyklika Rerum Novarum thematisiert, treibt den katholisch geprägten Monarchen um. Er gibt sich betont volksnah und präsentiert schon bald nach Amtsantritt Pläne zu einer besseren Unterstützung bei Arbeitslosigkeit. Dies alles tritt jedoch mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs im August 1914 in den Hintergrund. Ludwig unterstützt die Kriegsziele von Kaiser, Reichsregierung und Oberster Heeresleitung und tut sich in den folgenden Jahren sogar mit noch weitreichenderen Forderungen hervor. So möchte er Teile von Belgien und die Rhein-Mündung in den neutralen Niederlanden annektieren und Bayern anschließen.
Der Kriegsausbruch stellt auch für Klaras Familie eine Zäsur dar. Ihr in Tweelbäke geborener Vater wird wenig später zur kaiserlichen Armee einberufen. Mutter Helene Gesine verlässt daraufhin Osternburg und zieht mit Klara zurück auf den am Hartekamp gelegenen Hof ihrer Eltern Hinrich und Helene Mahlstedt in Hemmelsberg, wo im September 1915 Klaras Bruder Heinrich geboren wird. Dort erkrankt Klara am 5. August 1916 so schwer, dass sie nur einen Tag später stirbt. Was genau zu ihrem plötzlichen Tod führt, darüber gibt weder die Traueranzeige der Familie Auskunft noch der spätere Eintrag im Kirchenbuch. Beerdigt ist Klara am 10. August 1916 auf dem Friedhof der St.-Elisabeth-Kirche in Hude.